Aufbau und öffentliche Kommunikation eines wissenschaftsbasierten Sammlungs-Managements für naturkundliche Nasssammlungen

Beteiligte

Museum für Naturkunde - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung (Bearbeiter)
http://www.naturkundemuseum-berlin.de

Laufzeit / Status
05.2008 - 12.2011 /

Kurzreferat
Bedeutung der Sammlungen Das Museum für Naturkunde besitzt etwa 30 Millionen Präparate (Mineralien, fossile und rezente Tiere und Pflanzen) und gilt damit als das größte deutsche naturkundliche Forschungsmuseum. Weltweit rangieren diese Sammlungen unter den ersten fünf. In den zoologischen Sammlungen allein werden 22 Millionen Tierpräparate von 16 Wissenschaftlern und jeweils einer technischen Kraft betreut. Mit über 470 wissenschaftlichen Gästen und mehr als 400 Ausleihen von über 70.000 Präparaten pro Jahr wird dieser Bereich intensiv von (inter)nationalen Wissenschaftlern genutzt. Hier umfasst die Nasssammlung z.Zt. ca. 278.000 Sammlungsgläser mit Tierpräparaten, die in Alkohol vollkörperlich konserviert und damit für eine Fülle von modernen Untersuchungstechniken langfristig zugänglich sind. Die Sammlungen des Museums für Naturkunde sind nicht zuletzt deshalb international so herausragend, weil sie das Typenmaterial zu Zehntausenden von Tierarten beherbergen. Ältestes noch erhaltenes Sammlungs-material stammt z. B. aus den zunächst privaten Kollektionen von Mitgliedern der 1774 gegründeten und heute noch bestehenden Gesellschaft Naturforschender Freunde. In Berlin werden zudem die Fänge der großen deutschen Meeresexpeditionen aufbewahrt, z. B. der Deutschen Tiefsee-Expedition 1898 . 1899, Deutschen Südpolar-Expedition 1901 . 1903 und Deutschen Plankton-Expedition 1889. In Alkohol konservierte Präparate sind in diesem, auch wissenschaftshistorisch bedeutenden Expeditionsmaterial zahlreich vertreten. Gefährdung der Sammlungen. Die Nasssammlungen des MfN und die vieler Naturkundemuseen leiden unter undichten Verschlüssen der Schliffstopfen-Gläser oder noch älterer, versiegelter Gläser und den starken Temperaturschwankungen. Die mit der Verdunstung des Alkohols einhergehenden, starken osmotischen Schwankungen schädigen die Sammlungspräparate direkt und können außerdem bei Absinken des Alkoholgehaltes unter 60% zur Reaktivierung autolytischer Enzyme und zu Mikrobenwachstum führen. Zahlreiche historische Originaletiketten liegen noch in den Sammlungsgefäßen oder kleben außen auf den Gläsern und werden unleserlich oder zerfallen ganz. Erhaltungstätigkeiten wie Auffüllen von Alkohol beanspruchen hohe Anteile der Arbeitskraft der Mitarbeiter. Programm: Entwicklung innovativer und anwendbarer Lösungsansätze bei Prävention, Konservierung und Restaurierung Erfassung des Erhaltungszustandes: Profiling Klimaoptimierung und Monitoring im Neubau (s. lfd. Bauprojekt) Restauration und Archivierung historischer Originaletiketten und Neuanfertigung von langfristig haltbaren Innenetiketten Verbesserung der Behältersituation durch dicht schließende, inerte Glastypen Chemismus der langfristigen Präparat-Konservierungslösungs-Interaktion und ihre Kontrollmöglichkeiten Vermittlung der Projektergebnisse in die Fachwelt und an eine breite Öffentlichkeit.

Beteiligte Institutionen:
Forschungsinstitut Senckenberg, Frankfurt a.M., Zoologische Staatssammlung München, Medizinhistorisches Museum der Charité, Berlin.

Förderer/Auftraggeber
KUR . Programm zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut, der Kulturstiftungen des Bundes und der Länder.

Schlagwörter
Alcohol preserved natural history collections; collection management; conservation; container materials; environment monitoring; archival handling of label information; chemical interactions of preservative and organic materials; best handling practice; public outreach;

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